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Weitere Indikationen für Nervenchirurgische Eingriffe

Vernarbungen nach Entzündungen, Verbrennungen oder Quetschungen oder anderen Verletzungen des Arms können zum Pronator-teres-Syndrom führen. Hierbei kommt es insbesondere zu Gefühlsstörungen und Taubheits- sowie Elektrizitätsgefühlen im Bereich der durch den Mittelnerv versorgten Finger in Ruhe oder bei einseitiger Belastung. Wenn nicht-operative Maßnahmen ausgeschöpft sind oder bereits eine deutlich nachgewiesene Störung und durch den Neurologen messbare Schädigung des Nervs vorliegt, sollte operiert werden, um dauerhafte Taubheitsgefühle zu verhindern.

Einen Komplex aus Symptomen, der durch eine Kompression des Nervus radialis am Unterarm hervorgerufen wird, bezeichnet man als Wartenberg-Syndrom. Das Syndrom ruft keine motorischen Störungen hervor, jedoch ist die Sensibilität der Extremität gestört, was zu Einschränkungen im Alltag führen kann. In vielen Fällen gehen den Beschwerden Schlag- oder Kompressionsverletzungen (posttraumatische Kompressionen!) voraus, die im Laufe einiger Wochen oder Monate von selbst ausheilen. Eine OP wird angeraten, wenn ausgeprägte Beschwerden ohne Besserungstendenz verbleiben.

Bei Schnittverletzungen oder sonstigen offenen Wunden mit einer Unterbrechung der Nervenkontinuität muss der Nervenast (Ramus superficialis des Nervus radialis) mikrochirurgisch genäht werden.

Beim Loge de Guyon-Syndrom handelt es sich um ein eher seltenes Kompressionssyndrom des Ellennervs in seinem Kanal an der Handwurzel. Die Kompression wird vor allem durch Handwurzelzysten (Ganglien) ausgelöst. Typische Beschwerden sind Gefühlsstörungen im Klein- und  Ringfinger, Kraftminderung in der Hand und die Unfähigkeit, die Finger vollständig auszustrecken und zu schließen, später auch Muskelverschmächtigungen. Ist die Diagnose gesichert, stellt die operative Dekompression zur Entlastung des Nervs die Therapie der Wahl dar.

Bei diesem sehr seltenen Kompressionssyndrom eines Astes des Mittelnervs an der Hand sind hauptsächlich die Beugung des Daumens und des Fingerendgliedes des Zeigefingers betroffen. Typisch für das Kiloh-Nevin-Syndrom sind eine Kraftminderung oder der Verlust der Beugung des Daumens und des Zeigefingers ohne Gefühlsausfälle. Ursächlich sind meist Überlastungen oder vorangegangene Verletzungen durch stumpfe Traumata mit Muskelödem. Entsteht durch konservative Behandlung der Beschwerden nach sechs bis acht Wochen keine Besserung, ist eine Operation empfehlenswert, während der der Nerv operativ freigelegt wird.

Die Peroneuslähmung (auch Peroneusparese) ist ein relativ häufiges Kompressionssyndrom, bei dem der Wadenbeinnerv geschädigt wird. Ausgelöst werden kann die Einklemmung des empfindlichen Nervs bereits durch falsche Bettlagerung, einseitige körperliche Belastung  oder etwa einen zu eng anliegenden Gipsverband, in seltenen Fällen durch Zysten, Bandscheibenvorfälle oder Durchblutungsstörungen. Typische Beschwerden sind Sensibilitätsstörungen, Schwierigkeiten beim Stehen und Gehen sowie Fußfehlstellungen. Meist reichen konservative physiotherapeutische Verfahren aus, um die Symptome zu beheben. Treten anhaltende Lähmungserscheinungen auf, muss eine OP erwogen werden, um nicht revidierbare Schäden zu vermeiden. Sollten bereits bleibende Schäden vorliegen, kann in vielen Fällen die Funktion der Fussheber durch Sehnenumlagerungsoperationen verbessert werden.

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